Das „Salettl“, – damals wie heute ein Ort der gesellschaftlichen Begegnung und Kommunikation!

„Salettl“

Bedeutung:

(österreichisch, bayrisch): Pavillon, Laube, Gartenhäuschen

Herkunft:

italienisch saletta (Sälchen)

In den für die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts typischen Salettln entwickelte sich die bürgerliche Freizeitgesellschaft. In diesen hölzernen Wirtsgärten wurde Bier oder Kaffee serviert.

Ein typisches Salettl wurde 1881 in Passau-Mariahilf an der frequentierten Straße nach Schärding errichtet. Getrunken und getanzt wurde in diesem lichten Sommer-Tanzsaal zuletzt im Kriegsjahr 1915. Als die benachbarte Schule 1918 zum Lazarett wurde, verlegte man den Unterricht in den Tanzsaal. Später wurde es anderweitig genutzt und diente zuletzt noch als Brennholzschuppen. Dann stand das Salettl jahrzehntelang leer und verfiel.

Anfang des neuen Jahrtausends wurde das Gebäude abgetragen und im Freilichtmuseum Finsterau wieder aufgebaut. Seit ein paar Jahren wird wieder gefeiert im Salettl von Passau-Mariahilf.

2017 wurde das Kumpfmühler Salettl wieder zum Leben erweckt. Graf Alexander von Westerholt (1763 bis 1827), der damalige Verwaltungschef des Hauses Thurn und Taxis und Besitzer des Salettels pflegte dort im ungezwungen Rahmen Gespräche über Kunst und Literatur zu führen.

Heute führt dort der Geschichts- und Kulturverein Regensburg-Kumpfmühl regelmäßig Referate durch.

Man erkennt also, dass ein Salettl damals wie heute ein Ort der gesellschaftlichen Begegnung und Kommunikation ist. Leider wird das Salettl in der Rottal Terme mit einem Ort verwechselt worauf ein Silentium liegt oder man hat einfach in Unwissenheit um die gesellschaftlichen Gepflogenheiten den Raum falsch bezeichnet? Man hätte vielleicht besser „Ruheraum“ schreiben sollen.

Bild: Rosa-Maria Rinkl CC BY-SA 4.0

Das zweigeschossige Salettl in Straubing am Stadtgraben wurde vor 1920 erbaut. Es gehört zum Gasthof Bayerischer Löwe.

geschrieben von: Peter Hollatz

Peter Hollatz

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